Reparieren ist machbar, Herr Nachbar!

Es sind oft nur kleine Defekte, die mit einfachen Mitteln oder ein wenig Hilfe beseitigt werden können – und schon läuft das Gerät wieder. Leider ist die deutsche Mentalität eine andere: Es kommt auf den Müll, ein Neues muss her. Das muss aber oft gar nicht sein.

Hightech zu Technoschrott

Allein in Deutschland werden jedes Jahr 750.000 Tonnen Altgeräte ausgemustert. Defekte Computer, Handys, Fernsehgeräte oder auch einfache Elektrogeräte wie Toaster, Radios etc.

Eine ordnungsgemäße Entsorgung von Elektroschrott ist teuer, ein Export verboten. Als „Secondhand-Ware“ deklariert landen deshalb jedes Jahr Millionen von Tonnen Elekroschrott aus Europa in Entwicklungsländern.

Häufig sind es Kinder, die die Geräte auf den Deponien auseinandernehmen, um Kupfer und Aluminium freizugraben. Sie verdienen damit ein bis zwei US-Dollar täglich. Teuer verdientes Geld, denn die freigesetzten Gifte auf den Deponien machen die Menschen krank.

„Die unnötig schnellen Produktzyklen verursachen massive Umweltschäden bei der Herstellung und der Entsorgung“, so Manfred Santen, Greenpeace-Experte für Chemie.

Bitte nicht wegwerfen!
Reparieren, was zu reparieren geht!

Erste Veranstaltungen, bei denen Alltagsgegenstände gemeinschaftlich repariert wurden, sind seit 2002 aus Kempten (Allgäu) bekannt. Dank zahlreiche Nachahmer wurde die Idee ein riesen Erfolg. Im März 2016 hatten sich weltweit 1000 Repair-Cafés in einem Netzwerk von Reparatur-Initiativen registriert. Allein in Deutschland sind derzeit rund 500 Initiativen tätig.

Selbsthilfewerkstatt bei Kaffee & Kuchen

Was man bei wikipedia als Begriffsdefinition findet, trifft auf unsere Veranstaltung am Pfingstsonntag zu:

Ein Repair-Café ist ein Veranstaltungsformat mit temporär eingerichteter Selbsthilfewerkstatt zur Reparatur defekter Alltags- und Gebrauchsgegenstände und kleinem Verpflegungsangebot, meist in Form von Kaffee und Kuchen.

Pfingstsonntag, 20. Mai, 14.00 Uhr

Vortrag zum „RepairCafe“: Ein Ausflug in die Tiefen der Technik. Das Gerät: das unbekannte Wesen. Wir werden Euch zeigen, dass es oft mit einfachen Mitteln und viel frei verfügbarer Hilfe aus dem Internet möglich ist, defekte Geräte wieder zu reparieren um der Problematik Elektroschrott ein kleines Stück entgegen zu wirken.

Auch im Landkreis Lüchow-Dannenberg gibt es einige Repair-Cafes: Im Postlab Lüchow oder im Tiefgeschoss der Regionalen Markthalle in Dannenberg zum Beispiel. Dort engagieren sich Fachleute ehrenamtlich, die berufliche Erfahrung mit Reparaturen gesammelt haben. In der Regel können 80 bis 90 Prozent aller Defekte behoben werden.

KLP-Programm 2018 ist online!

Herzlich Willkommen zum größten selbstorganisierten Kulturfestival Norddeutschlands! Zum 29. Mal öffnen Künstler und Handwerker im niedersächsischen Wendland von Himmelfahrt bis Pfingsten ihre Hoftore. Die Erfolgsgeschichte des größten Ausstellungs- und Veranstaltungsevents dieser Art wird fortgeschrieben.

Basisdemokratisch organisiert haben die OrganisatorInnen 1 Jahr lang inhaltlich gearbeitet, damit im Mai mit 925 Aktiven an 123 Punkten in 88 Orten im Landkreis Lüchow-Dannenberg 12 Tage lang gefeiert werden kann…

123 wunde.r.punkte auf einen Blick

Ab sofort sind alle wunde.r.punkte – von Neu Darchau bis Barnebeck, von Schnackenburg bis Kiefen mit ihren Ausstellungen und Veranstaltungen auf der Internetseite der KLP einzusehen:

Solidarität wird praktisch: Mit „e-wend-card“ & Mitfahrbank durch die KLP

Alle sollen an der Kulturellen Landpartie teilhaben können. Unabhängig von ihrem Geldbeutel, ihrem Pass oder ob sie ein Auto haben. Eine Initiative der AG „Visionen und Widerstand“ und der Solidarische Provinz Wendland will das ermöglichen.

Dass sich die Preise für Speisen und Getränke während der Kulturellen Landpartie mancherorts deutlich von denen unterscheiden, die den Rest des Jahren vorherrschen, ist kein Geheimnis. Sicher sind es viele Menschen, die sich über 3 Euro für eine Flasche Brause oder 15 Euro Eintritt zu einer Veranstaltung keine großen Gedanken machen müssen. Andere, denen das Geld nicht so locker sitzt, grenzt das aus.

Eine Herausforderung im Wendland ist die Mobilität. Viele Veranstaltungsorte liegen weit entfernt voneinander, so dass es selbst für Radfahrer zur sportlichen Herausforderung wird, sie zu erreichen. Das darf nicht als Kritik verstanden werden.  Doch Menschen ohne Mobilität haben keine guten Chancen, teilzunehmen.

Solidarität wird praktisch:
Alle sollen teilhaben können

Inis aus dem Wendland suchen nach einem Weg, Menschen eine kulturelle und soziale Teilhabe zu ermöglichen, die in unserer Gesellschaft aus den unterschiedlichsten Gründen ausgegrenzt werden. Das trifft in der Regel leider auch auf die Menschen zu, die als Geflüchtete zu uns gekommen sind.

Wir wollen Anstöße geben, über die Kälte unserer gegenwärtigen Gesellschaft nachzudenken und die Ahnung einer neuen anderen solidarischen Gesellschaft aufkeimen zu lassen.

Als Zeichen gegen die voranschreitende Verarmung und Isolierung großer Teile der Bevölkerung geben verschiedene Gruppierungen und Initiativen wie Zuflucht Lüchow, die Kontakt zu prekär lebenden Menschen haben, die „e-wend-card“ aus. Mithilfe dieser Karte sollen die Menschen freien Eintritt zu den Veranstaltungen bekommen und bei der Berechnung von Speis‘ und Trank nur ein Drittel der sonst üblichen Kosten zahlen. wunde.r.punkte, die an dieser Aktion teilnehmen, sind mit durch ein Hinweisschild gekennzeichnet.

Die zweite Idee umfasst „Mitfahrbänke“. Mithilfe eines Haltestellen-Schildes (nicht zu verwechseln mit den neuen Bushaltestellen-Schildern des KLP-Busses! -> Lass dein Auto steh’n) wird an Veranstaltungsorten, die diese Aktion unterstützen, eine Sitzgelegenheit gekennzeichnet. Dort können sich Menschen aufhalten, die gern bei anderen „mitfahren“ möchten. Das verringert Individual-Verkehr, schmälert den CO2-Fussabdruck – und am Ende lernt manch eineR sogar wen nettes kennen…

In Klein Witzeetze werden wir uns an beiden Aktionen beteiligen.

weitere Infos:

Sonntag, 13. Mai, 11.00 Uhr in Klein Witzeetze

Zum mitmachen: Solidarische Provinz Wendland/Altmark entwickeln. Vortrag von Dipl. Ing. Jörg Knaak: Solidarisch & selbstbestimmt die Bereiche Wohnen, Gesundheit, Mobilität, Kultur & Landwende entwickeln – unabhängig vom Pass oder Geldbeutel. – mehr

weniger konsumieren, mehr teilen, andere Wege gehen

Die Frage, der sich der offene Gesprächskreis der „Wachstumswende Wendland“ am letzten Tag der Kulturellen Landpartie stellt, ist eigentlich ein wunderbarer Abschluss unserer Veranstaltungsreihe: Es ist alles gesagt. Doch wie kommen wir vom Wissen zum Handeln?

„Unser Konsumverhalten ändern“: Es soll konkret werden. Die Initiator*innen der „Wachstumswende“ versprechen einen lebendigen Gesprächskreis, aus dem mit Sicherheit Anregungen für das eigene Leben mitgenommen werden können. Berichtet wird aus zahlreichen Erfahrungen, Erlebnissen, guten Beispiele oder Ideen.

Weniger konsumieren, mehr teilen, andere Wege gehen.

Themen wie Konsum, Suffizienz und „was brauchen wir wirklich?“ treibt die Aktiven um. Der Initiative geht es praktisch um das Zusammenbringen der verschiedenen schon im Wendland und der näheren Umgebung existierenden Aktivitäten wie Tauschbörsen und Austausch-Treffs, Reparatur-Cafés, solidarischer Landwirtschaft und ähnlichem mit dem Konzept der Wachstumswende (Degrowth / Decroissance).

Pfingstmontag, 21. Mai, 11.00 Uhr

Unser Konsumverhalten ändern: Wie kommen wir vom Wissen zum Handeln? Die WachstumsWende Wendland lädt zu einem offenen Gesprächskreis.

Comic-Lesung: „Flucht aus Berlin“

In dunkler Vorzeit gab es den Konsens, dass ein Comic sich nicht vorlesen lässt, weil er zu etwa 90 Prozent aus Bildmaterial besteht. Das Künstler-Kollektiv „KritKon“ wird Pfingstsonntag den Gegenbeweis starten – und inszeniert in unserem Kinosaal die Comic-Lesung „Flucht aus Berlin“.

Das Prinzip Comiclesung: Die Bilder des Comics werden an die Wand geworfen, die Charaktere in verteilten Rollen live zum Leben erweckt – mit Soundeffekten und Hintergrundmusik entsteht ein eigenes Medium, das sich zwischen Hörspiel, Diashow und Film bewegt.

Die mutige Lese-Gruppe, der ein Freund aus dem Wendland angehört, schloss sich schon 2002 zusammen. Anlässlich der Kulturellen Landpartie haben sie sich nach vielen Jahren verabredet, die alte Erfolgsgeschichte zu wiederholen. Sie werden beweisen, dass sich Comics als multimediale Bild-, Ton- und Wortperformance inszenieren lassen…

„Flucht aus Berlin“

Im Frühsommer 2003 betrat die Gruppe kritkon die Szene mit Gerhard Seyfrieds „Flucht aus Berlin „.

Der Autor lachte sich bei der Premiere halb schlapp.

Die Comicvorlage, der  „Anarcho-Comic des vergehenden 80er-Jahre-Westberlins“, behandelt die deutschen Einheit und zeigt sowohl die West-Berliner Szene vor der Maueröffnung als auch die politischen Veränderungen in der Stadt nach ’89.

Auf einer spektakulären Reise quer durch die noch in alten Strukturen verhaftete Sowjetunion auf der Suche nach einer „guten Story“ verwickeln sich die Protagonisten Zwille und der „ärmste Comiczeichner der Welt“ in zahlreiche Abenteuer und geraten schließlich in den Trubel der Wendezeit zurück nach Berlin.

Ossis, Wessis, alte und neue Nazis und jede Menge Polizei stellen sich unseren Helden in den Weg und lassen das Comic zu einem bunten Rückblick auf eine spannende Zeit werden. Voller Gags und politischer Seitenhiebe gilt Seyfrieds „Flucht aus Berlin“ noch heute als eines der interessantesten deutschen Comics.

Sonntag, 20. Mai, 18.30 Uhr

Comiclesung: „Flucht aus Berlin“. Das Künstler-Kollektiv „KritKon“ inszeniert „Flucht aus Berlin“, ein Stück von Gerhard Seyfried über die Maueröffnung & politische Veränderungen in der Stadt nach ’89.

Neue Wege in der Landwirtschaft

Gesünder, produktiver und nachhaltiger sind Systeme, wenn sie vielfältiger sind.

Permakultur beruht auf drei ethischen Prinzipien: Die Sorge um die Erde und den Menschen sowie gerechtes Verteilen und Nutzen von Ressourcen. Ein Ansatz mit hohem Anspruch. Von erfolgreichen Umsetzungen und Ideen für jedeN berichten unsere Referent*innen am Sonntag, 13. Mai.

Wenn Schweine frei herumlaufen und unter Obstbäumen wühlen, dann spart sich der Bauer die Pflugarbeit.

Permakultur setzt darauf, dass der Mensch die Natur genau beobachtet und kennen muss, um sie dann effektiv nutzen zu können. Dabei geht es darum, möglichst wenig Abfall zu produzieren, die Ressourcen nicht aus-, sondern zu nutzen und dabei effektiv zu wirtschaften.

permakulturDas Konzept der Permakultur ist vom Australier Bill Mollison entwickelt worden, der dafür mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet wurde.

Mollison berief sich auf eine wichtige Beobachtung: Natürliche Ökosysteme, insbesondere die des Regenwaldes, waren viel produktiver und artenreicher als die vom Menschen angelegten landwirtschaftlichen Monokulturen. Bekanntlich funktionieren diese nur, wenn Landwirte mit chemischen Substanzen Pflanzen und Schädlinge bekämpften. Für Mollison bedeutete die industrielle Landwirtschaft Krieg.

Es geht darum, die Vielfalt zu schützen und zu unterstützen und so nicht nur riesige Flächen zu bewirtschaften, sondern kleinflächiger zu arbeiten.

Unsere Referentin Joel Campe, Permakultur-Designerin und Tutorin der Permakultur Akademie, Dipl. Ing. agr, lebt seit 12 Jahren im Ökodorf Sieben Linden. Dort wurde bei der Siedlungsplanung von Anfang an den Prinzipien der Permakultur gefolgt. Sieben Linden dient als lebendiges Beispiel dafür, das eigene Umfeld aktiv zu gestalten und den Lebensraum Erde für zukünftige Generationen zu erhalten.

„Dass mehr als eine Apfelsorte auf einem Baum wachsen kann, lernte ich von meinem Opa in seinem friesischen Garten. Und, dass das keine Zauberei sondern Handwerk ist.“ (Roman Höfers)

Unterstützt wird Joel von Roman Höfers, Student an der Permakultur Akademie und gelernter Gärtner. An der Akademie wird Privatpersonen, Betrieben, Vereinen, Projekten, Initiativen, Schulen und Universitäten dabei geholfen, ihr Lebensumfeld zukunftsfähig, natürlich und lebendig zu gestalten.

Sonntag, 13. Mai, 16.00 Uhr

Zusammen-wachsen: Neue Wege in der Landwirtschaft
Wie wir mit Permakultur eine resilientere Lebensweise gestalten können. Interaktiver Vortrag von Joel Campe & Roman Höfers.

Auszüge: br.de; 21.06.2017 / siebenlinden.org / permakultur.de

Es gibt immer ein Happy End

Es ist ja alles gut ausgegangen … ein gelungenes Märchen hat immer ein Happy End. Möglicherweise… Maria Kassuhn erzählt Pfingstsonntag (20. Mai) „Märchen von Mutter Erde“.

„Wenn du intelligente Kinder willst, lies ihnen Märchen vor. Wenn du noch intelligentere Kinder willst, lies ihnen noch mehr Märchen vor.“ (Albert Einstein)

Eingeladen sind allerdings nicht nur Kinder. Die Geschichten werden Zuhörer*innen von 5 – 99 Jahren gefallen. Gewählt wurden Märchen, die zu unserem politischen Programm passen:

  • „Wie die Himmelslichter gestohlen wurden“ um 11.00 Uhr
  • „Vom Wasser des Lebens“ um 15.00 Uhr

Maria erzählt lebendig und frei, so wie früher, als jedes Dorf noch einen Märchenerzähler hatte.

Petra
Maria Kassuhn (links) und Kollegin Petra Kallen

Im Landkreis haben sich einige Frauen zum „Wendländischen Märchenkreis“ zusammengefunden und erzählen Volksmärchen aus aller Welt. Ihr Ansatz ist es, Märchen wieder aus der Buchsprache heraus zu holen und auf die alte Weise zu erzählen, wie sie früher verbreitet wurden.

„Die Bilder im Märchen muss man mit dem Herzen verstehen. Mit dem Verstand kann man sie gar nicht fassen.“

Die fünf Frauen begeisterten in der Vergangenheit ihre Zuhörer*innen vom Höhbeck über Dannenberg, Lüchow, Hitzacker, Uelzen bis nach Stendal.

Sonntag, 20. Mai

  • 11.00 Uhr – Märchen von Mutter Erde: „Wie die Himmelslichter gestohlen wurden“. Für jung & alt von 5-99 Jahre, frei erzählt von Maria Kassuhn.
  • 15.00 Uhr – Märchen von Mutter Erde: „Vom Wasser des Lebens“
    Für jung & alt von 5-99 Jahre, frei erzählt von Maria Kassuhn.

Eintritt frei – der Hut geht rum.

Sichtbar werden gegen rechte Normalisierung

Das Bündnis gegen Rechts Wendland / Altmark wird mit einer Ausstellung über die gesamte KLP und einer Veranstaltungsreihe am Pfingstsamstag den Blick auf die rechten Strukturen im Wendland und drumherum lenken.

Spätestens seit Gründung der AfD sind menschenfeindliche Äußerungen, Nationalismus, sexistische Familienbilder und andere anti-emanzipatorische Haltungen wieder „salonfähig“. Die Schwelle, rechtes Gedankengut auszusprechen, ist spürbar gesunken. Bleibt es unwidersprochen, dann werden diese Haltungen in der Gesellschaft immer mehr zur Normalität.

Wir machen ausdauernd, unnachgiebig und kraftvoll deutlich, dass die Würde aller Menschen unantastbar ist. In einer gleichberechtigten, offenen Gesellschaft heißt die Alternative Solidarität!

Nazis im Wendland?

Das Wendland und die Altmark sind nicht nur für linke Aussteiger*innen oder andere weltoffene Stadtflüchtige attraktiv. Menschen mit rechter Gesinnung haben den ländlichen Raum längst für sich entdeckt. Oft ist ihre menschenverachtende Gesinnung nicht gleich zu erkennen, denn sie geben vor, sich der Sorgen und Nöte ihrer Mitmenschen anzunehmen.

Die Rechten engagieren sich in der Elternvertretung der Schulen ebenso wie im Sportverein, der Feuerwehr oder anderen Initiativen und machen dort ihren Einfluss mehr und mehr geltend. Häufig werden solche rechten Einflüsse ignoriert oder verharmlost.

Ob als umweltbewusste völkische Sieder*innen, Identitäre, Anhänger*innen von AFD oder NPD – jeder Form rechter Strukturen wollen wir entschieden entgegen treten.

Die Ausstellung des Bündnisses macht Rechte Strukturen sichtbar.

Veranstaltungsreihe am 19. Mai

Vier Veranstaltungen am Pfingstsamstag thematisieren Rechtsradikalismus und laden zum teilnehmen ein:

11.00 Uhr – Hörbar widersprechen! Argumentations-Training von „Aufstehen gegen Rassismus“ (bis 13:00).

14.00 Uhr – Wunderbar solidarisch – Handlungsoptionen gegen Rechts. Erfahrungsaustausch zu unseren Handlungsoptionen gegen rechte Normalisierung (an der Ausstellung vom Bündnis gegen Rechts).

16.00 Uhr – Sichtbar widersetzen! Aktionstraining zum Blockieren von Naziaufmärschen u.ä. (bis 18 Uhr).

17.30 Uhr bzw 18.30 Uhr (angekündigt)- Unüberhörbar: Musik gegen rechts. Film: „Wildes Herz“ ENTFÄLLT LEIDER!

Soli-Konzert im Anschluss

Im Anschluss findet dann das Soli-Konzert für Seawatch statt. Die Band, deren Namen wir am 1. Mai veröffentlichen, spielt um 19.00 Uhr.

#right2rescue – Sea-Watch Mission gestartet

„So lange die EU an Europas Seegrenze Menschen sterben lässt, machen wir weiter: Wir fahren trotz des Gegenwinds heute wieder raus und retten Menschen vor dem Ertrinken!“ Am 5. April ist das Rettungsschiff Sea-Watch 3 in Malta ausgelaufen und befindet sich nun unweit der SAR-Zone vor Libyen.

Mit einem großen Soli-Konzert werden wir am 19. Mai die Rettungseinsätze von Sea Watch auf dem Mittelmeer unterstützen.

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Wird trotz Hürden weiterhin retten: Die Sea-Watch 3 © Sea-Watch.org

Sea-Watch ist jedoch in großer Sorge bezüglich der jüngsten Entwicklungen auf dem Mittelmeer (siehe: Im Mittelmeer stirbt unsere Demokratie, 21. März).

Die Rechtslage ist klar: Menschen in Seenot müssen gerettet und an einen sicheren Ort gebracht werden. Dass Libyen für eine Anlandung nicht in Frage kommt, ergibt sich aus der Genfer Flüchtlingskonvention.

Dennoch hat Italien bereits zwei zivile Rettungsschiffe beschlagnahmt.

„Solange an Europas tödlicher Seegrenze weiterhin Menschen in Seenot geraten, ist es unsere moralische wie rechtliche Pflicht, dabei nicht zu zuschauen, sondern alles in unserer Macht stehende zu unternehmen, um Menschen in Not zu retten und in Sicherheit zu bringen,“ sagt Pia Klemp, Kapitänin auf der Sea-Watch 3.

Soli-Konzert für Sea Watch am 19. Mai

Wir veranstalten im Rahmen unseres poltischen wunde.r.punktes am Pfingstsamstag (19. Mai) ein großes Soli-Konzert für die Retter auf dem Mittelmeer. Auf unserer Bühne wird eine bekannte Band stehen, der Namen wir am 1. Mai veröffentlichen. Der Eintritt zum Konzert ist eine Spende, die genau wie alle Überschüsse des Abends direkt an Sea Watch gehen.

(Auszüge: Pressemitteilung Sea Watch, 5.4.2018)

Gold ohne Glanz?

Mit bloßen Hämmern schlagen sie Brocken aus dem Gestein. Schwitzwasser tropft an den Höhlenwänden ab, es ist dunkel, stickig, unheimlich.

Jeder kennt die Geschichten von toten Kumpeln. Die beim Abstieg in den Schacht auf den rohen Stammbalken abgerutscht sind, die Untertage von Wassereinbrüchen überrascht wurden oder die plötzlich Kopfschmerzen und Atemnot hatten, deren Gesichter anschwollen und die dann unter unmenschlichen Schmerzen verreckten. Und alles für das schillernde Symbol des Reichtums: Gold.

Multimediale Ausstellung und Vortrag:

Eine Reise zu konventionellen Goldschürfern und Fairtrade Kooperativen in Afrika.

Ausgerüstet lediglich mit einer kleinen Kopflampe, genau wie die Kumpel in Ostafrika, begeben sich die Besucher der multimedialen Ausstellung in die nachgebauten Minenschächte in einer uns zur Verfügung stehenden Kartoffelscheune auf dem Hof Klein Witzeetze 6.

Rund 15-20 Millionen Menschen arbeiten heute über den ganzen Globus verteilt in rudimentären Goldminen, 1/3 davon Frauen und Kinder. 80 % des weltweit geförderten Goldes werden von der Schmuckindustrie konsumiert. Wenig andere Modeerscheinungen können auf eine derart lange und globale Leidensgeschichte zurückblicken. In fast allen Gesellschaften seit Menschheitsgedenken nimmt Gold einen besonderen Platz ein, stets ist es Symbol für Reichtum, Schönheit und Macht. Die Pharaonen schmückten damit ihre Tempel; wir unsere Eheringe, ein Fokus unserer Ausstellung, den Oscar und den FIFA Pokal.

Jan-Spille-Schmuck-konventioneller-Bergbau-03Im Oktober 2017 bereist der Hamburger Goldschmied Jan Spille gemeinsam mit den freien Filmemachern Jonathan Happ und Katja Becker von ujuzi.media Kenia und Uganda. Auf diese Reise wollen wir die Besucher der Ausstellung für einen kurzen Augenblick mitnehmen, die in Kooperation mit dem Verein für sozial-ökologischen Wandel e.V. entstehen durfte.

Den dunklen Minenschacht, der mit Geräuschen und Videosequenzen aus Ostafrika zeigt, welch harte Arbeit unter Tage die Menschen leisten um wenige Gramm Gold zu Tage zu fördern durchlaufen, erreicht der Ausstellungs-Besucher einen wüstenartigen Sandplatz über Tage. Er erlebt in Videosequenzen, wie hier von Frauen und Kindern die Steine mit einfachen Hämmern zerschlagen und anschließend mit Quecksilber das Gold aus dem Gesteinsstaub gewaschen wird. Keine Schutzkleidung, barfuss und mit zerissenen T-Shirts, ohne Mund- oder Gehörschutz stehen die Arbeiter in dem Schlamm, in dem mit Quecksilber vergiftetem Wasser.

Jährlich werden weltweit schätzungsweise 727t Quecksilber durch Goldabbau in informellen Minen freigesetzt, was die Goldproduktion zu dem größten Quecksilber-Umweltsünder noch weit vor der Kohleverstromung mit 474t macht. Das Gift gelangt in die Böden, in das Grundwasser und in die Pflanzenwelt. Es findet sich im Blut der Tiere, Arbeiter und Menschen, die in den Minenregionen leben. Die Frauen stillen ihre Kinder direkt an ihren Arbeitsplätzen, an denen sie ohne Schutzhandschuhe mit der giftigen Chemikalie hantieren.

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Um den Ausstellungs-Besuchern positive Alternativen und Handlungsoptionen aufzuzeigen, geht es anschließend zur Bergbaukooperative Sama. Die Goldschürfer wurden 2017 als erste afrikanische Kooperative Fairtrade zertifiziert. Der Besuch gibt Hoffnung auf einen ökologisch- und sozialgerechten Goldbergbau, dem der Goldschmied aus Hamburg sehr am Herzen liegt um eine gerechte und faire Entwicklung im Rohstoffsektor auch in afrikanischen Ländern voran zu bringen. Als Pilotprojekt für Faires Gold haben sie bereits viel erreicht: Frauen und Männer arbeiten gleichberechtigt miteinander. Kinderarbeit ist verboten. Zahlreiche neue Arbeitsschutzstandards wurden etabliert. Neue Technologien garantieren eine umweltfreundliche Goldgewinnung ohne hochgiftiges Quecksilber und Cyanid.

Ausstellung & Vortrag

Wir freuen uns besonders Sie und euch zu unserem Vortrag am 11. Mai um 18.30 Uhr begrüßen zu dürfen, bei dem das Team mit eindrücklichen Bildern und Videos von der Reise und den Erfahrungen vor Ort erzählen wird.

Die Ausstellung ist leider nur teilweise barrierefrei. Bei Unterstützungsbedarf bitte bei den Veranstalterinnen melden.

In Kooperation mit der Stiftung Leben & Umwelt / Heinrich-Böll-Stiftung Niedersachsen.

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Gefördert mit Mitteln des evangelischen Kirchlichen Entwicklungsdienstes.

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Gefördert durch Engagement Global mit finanzieller Unterstützung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

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